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Das Maler-Geschlecht Zoll

Auf eine ganze ,,Dynastie“ von Malern stoßen wir bei den Zolls aus Fridingen – sie schreiben sich teilweise auch Soll.
Der erste greifbare Maler des Geschlechts ist Franz Josef Zoll I. (1710 –1774), der im Fridinger Totenregister pictor et statuarius ( Maler und Bildhauer) genannt wird. Der alte Zoll hat auf dem Welschenberg und wahrscheinlich an Skulpturen in der St.–Anna–Kapelle in Fridingen gearbeitet.

In dieser Kapelle war auch sein Sohn Franz Josef II. (1743 – 1798) tätig, der wohl bekannteste Maler des Geschlechts. In jungen Jahren, vermutlich 1753 oder 1755, malte er die Deckenfresken der Kapelle und kurz darauf die Jagtapeten im Rittersaal des Schlosses Bronnen im Donautal, die 1911 abgenommen wurden und seither verschollen sind. Die Bronner Tapeten waren sein einzig bekannter weltlicher Auftrag. Zu Beginn der sechziger Jahre des 18. Jahrhunderts tauchte er in Trostberg in Oberbayern auf. Fern von der Heimat entstanden dann dort und in Oberösterreich seine Hauptwerke, die seinen Ruf als Rokokomaler begründeten. Franz Josefs Sohn, Franz Xaver (1781 – 1841), machte sich als Maler der Bidermeierzeit einen Namen. Der Trostberger Zweig der Malerfamilie besteht bis heute und ist immer noch der Malerei verbunden.

Dem anderen Sohn des alten Franz Josef, Conrad (1743 – 1807), begegnen wir in Möhringen wieder. Dort ist der Maler und Bildhauer Conrad Zoll seit 1769 als Bürger nachgewiesen. Ihm werden das Bild des hl. Eligius, des Schutzpatrons der Schmiede , in der Mühlheimer Galluskapelle und die Ansicht von Möhringen aus der Zeit kurz nach 1800 zugeschrieben, die im dortigen Rathaus hängt. 1787 erhielt Conrad die Stelle eines Fürstlich Fürstenbergischen Hof – und Theatermalers; er siedelte später nach Donaueschingen um.

Conrads Sohn, Franz Josef III. (1770 – 1833), erhielt den ersten Unterricht in der bildenden Kunst bei seinem Vater und bei Onkel Franz Josef II. Er besuchte die Kunstakademie in Paris und anatomische Vorlesungen in Wien. Seit 1802 konnte auch er sich Hofmaler der Fürsten von Fürstenberg nennen. Seit 1811 arbeitete er dann in Karlsruhe. Nach einem Aufenthalt in Rom, den ihm der badische Großherzog finanzierte, widmete sich Franz Josef der Historien- und Porträtmalerei. Der Zyklus von Bildern aus dem Leben Christi in der Karlsruher Stadtkirche, an dem der gebürtige Möhringer gearbeitet hatte, verbrannte mitsamt der Kirche im Zweiten Weltkrieg. Für die Pfarrkirche seiner Heimatstadt Möhringen malte er in späteren Jahren das Bild ,, Auferstehung Christi“. Auch für die Kirche in Ippingen hat er ein Altargemälde geschaffen. 1821 erhielt Zoll eine Professur für Zeichenkunst an der Universität Freiburg, vier Jahre später wurde er Lehrer an der Bauschule von Weinbrenner in Karlsruhe. Seit 1831 war er Direktor der Staatlichen Gemäldesammlung in Mannheim, wo er zwei Jahre später starb.




 
 
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